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Wohnungssuche in Frankfurt II

Nach einem langen harten Wochenende der Wohnungssuche in Frankfurt sind wir auf Anhieb fündig geworden. Zuerst bekamen wir die Zusage von der Wenn-nix-anderes-geht-sagen-wir-zu-Wohnung und wenig später die Zusage von der Yeah-baby-Wohnung.
Zu bemerken wäre, dass uns manche Frankfurter ausgelacht haben, als wir erzählt haben, was für ein Domizil wir für welchen Preis suchen. Wer zuletzt lacht...
Man muss allerdings zugestehen, dass es ein harter Kampf war. Auf jede Wohnung kamen mindestens fünf Mitbewerber, die meistens zur selben Uhrzeit Besichtigungstermin hatten. Wartete man also wieder mal gemeinsam mit Kontrahenten vor einem Hauseingang, fing man schon automatisch halblaut darüber zu reden an, wie hoch die Selbstmordquote in dieser Strasse sei, dass hier kürzlich noch ein Drogendealer hochgenommen wurde und hier eh geklaut werden würde, wie sonst nirgens in Frankfurt. Vor einem Haus wurde gebaut und ein Dixie-Klo stand in unmittelbarer Nähe zum Hauseingang, vor dem wir und unserer Mitstreiter auf den hoffentlich zukünftigen Vermieter warteten. Meine Freundin stubste mich an, deutete auf die Örtlichkeit und sagte gerade so laut, dass die anderen es hören konnten: "Hey! Das muss das Bad sein! Und wir brauchen nicht mal streichen. Dieses Blau ist echt super..." - Galgenhumor unter Verzweifelten...
Ich glaube kaum, dass diese Slapstick-Nummern unsere Mitstreiter abschrecken konnten. Ist auch egal. Irgendwas hat dem leicht verpeiltem Herrn Vermieter gesagt, dass wir genau die Richtigen für diese große, preisgünstige, beim Besichtigungstermin noch von acht Asiaten bewohnte Wohnung in ruhiger Frankfurter Lage sind. Und das ist alles, was zählt *freu*
 
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Wohnungssuche in Frankfurt

Je mehr die Bezeichnung "Loch" auf das besichtigte Objekt zutrifft, um so stärker betont der Vermieter, dass nur ein Bruchteil der anderen Mieter im Haus einen Migrationshintergrund hätte. Vermutlich der letzte Anker, um die horrende Miete für derartige Bruchbuden rechtfertigen zu wollen. Abzockernazis oder so ähnlich...
 
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Gekündigt

Nachdem ich jetzt definitiv Osnbrück verlassen werde, um in Frankfurt neu durchzustarten - zwar auch unterbezahlt, dafür aber mit Perspektive - kann ich morgen meinen derzeitigen Nebenjob kündigen. Der Boss weiß Bescheid, will´s aber nochmal schriftlich. Kann er haben!
Nachdem sich die Arbeitssituation im letzten halben Jahr drastisch ins negative verkehrt hat und man nur noch am bestenfalls Nörgeln, üblicherweise am Fluchen ist, wirkt eine eingereichte Kündigung geradezu befreiend. Endlich kann man den Pflaumen, die von Lohnkürzungen ausgeklammert wurden, um Vorarbeiterrollen zu belegen, den Mangel an Respekt entgegenbringen, der ihnen gebührt. Idioten, die ihre neue Macht nur dazu nutzen, ihre Aufgaben an uns nach unten zu delegieren. Mir fortan egal! All das Gelaber, dass mindestens einmal pro Woche aufflammt, sich endlich mal um einen Betriebsrat zu bemühen, um dann am nächsten Tag doch wieder vergessen zu sein... Es regt mich nicht mehr auf! All das Gesülze von Arbeitsmoral im Sinne einer Solidarität, die dazu dienen soll, die ganze Scheisse der Geschäftsleitung zu tragen... Leckt mich fett!
Heute war ein lockerer Tag, der an mir vorbeiraste, wie eine Transrapid auf Fullspeed. Stand sogar in meinem Horoskop in der Zeitung, die im Pausenraum ausliegt. Vielleicht ist an diesem ganzen Astrologiequatsch ja doch was dran...
 
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Ortswechsel

Tja, wie´s aussieht gibt es ab November nicht mehr die Osnabrücker Version von Haftbombe. Ab November starte ich ein Praktikum in Frankfurt am Main - anderen auch bekannt als Mainhatten - und übe mich als Hesse auf unbestimmte Zeit. Der Arbeitsvertrag ist unterschrieben, auf Wohnungsannoncen wurde geantwortet. Wer hier stolzer Vermieter einer geräumigen Zweizimmerwohnung ist, die ein Studenten im Praktikum bezahlen kann und die sich zudem in einer netten Frankfurter Lage, vorzugsweise im Bahnhofs- oder Gallusviertel, befindet, der möge sich von meinen vorangehenden Bemühungen nicht entmutigen lassen, sondern mir per Mail ein Angebot unterbreiten. Insolventer Student und seine Freundin würden sich tierisch freuen...
 
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Zeitreisen und verpasste Chancen

Phantasiert man übers Zeitreisen, dann gerät man oft ins Schwärmen: die kommenden Lottozahlen in die Vergangenheit holen, Wettergebnisse vorher wissen oder auch ein Attentat auf Hitler, Stalin usw. Man könnte 9/11 verhindern, die Tsunami Opfer evakuieren und ganze Kriege verhindern. Natürlich nicht ohne Gefahren: wenn man in der Vergangenheit auch nur eine Mücke tötet, könnte es bekanntlich in der Gegenwart ganze Völkergruppen, Populationen etc. auslöschen. Die Medienlandschaft quillt über von fiktionalen Folgen einer missglückten Zeitreise.
Hätte ich eine Möglichkeit zum Zeitreisen gefunden, würde ich meine neu erworbene Macht selbstredend verantwortungsbewußt ausspielen. Ich würde bspw. keiner Fliege was zu Leide tun und - wohlwissend, dass ich niemals Zeitreisen werde, kann ich ja auch den Idealisten raushängen lassen - niemals nach materiellen Vorteilen streben. Eine Sache täte ich allerdings schon gerne: ich würde ein paar verpasste Gelegenheiten für eine schlagfertige Antwort liebend gerne nachholen.
Schlagfertige Antworten sind so eine Sache: man braucht Wortwitz und Timing! Meistens fehlt es an beidem und erst, wenn die Schlagfertigkeit erfordernde Situation vorbei ist, man also das Timing verpasst hat, quillt man über vor kreativem Wortwitz. Fällt einem schließlich verspätet eine gute Antwort ein, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich über sich selbst zu ärgern. So auch letztens in der Bahn...
Ich fuhr mit der Bahn, in einem Zug jüngeren Baujahres und ärgerte mich mal wieder über den Mangel an altherbekanntem Komfort in neuen Zügen. Erst verschwanden die Abteile aus den Zügen zugunsten von Vierersitzen, dann wurden die Raucherwagons abgeschafft und schließlich hat man das Gefühl, in einer zu groß geratenen Straßenbahn zu sitzen. Für einen Zweimetermann wie mich absolut ungeeignet, um länger als zwei Stunden zu reisen. Diesen Mangel an Komfort versucht man dann zu kompensieren, indem man in seinen Sitzpositionen stark frequentiert variiert. So passiert es auch schonmal, dass ein Fuß verbotenerweise auf der gegenüberliegenden Armlehne positioniert wird. Als mich die Schaffnerin in eben dieser Sitzhaltung vorfand, wurde sie gleich grob: "Nehmen sie bitte den Fuß da runter. Machen sie das etwa auch zu Hause?" - eine platte Frage, wo ein schlichtes "Ja. Mach ich!" einfach zu plump gewesen wäre. Also nehme ich wortlos meinen Fuß von der Armlehne. Sie lässt jedoch nicht locker und stichelt beim Stempeln meiner Fahrkarte weiter: "Machen sie das nicht noch einmal!", deutet dann auf einen Punkt an der Decke und sagt "Hier sind überall Kameras!". Ich sagte nichts und grinste nur dämlich, was ich später schwer bereute, denn mir fiel die erste Schlagfertigkeit ein, die dieses Gespräch erfordert hätte. Der beste Kommentar, der leider erst meinem späteren Ich eingefallen ist, wäre gewesen: "Ich dachte, die Kameras sind nur dazu da, um die Angestellten zu überwachen!". Vertane Chance!
Weiter im Gespräch sagte jene, im Nachhinein noch nervigere, da ungeschoren davon gekommene, penetrante Angestellte einer unbequeme Züge auf die Gleise schickenden Kackgesellschaft im Weggehen: "Wenn Sie das nochmal machen, kostet das 40 Euro. Soviel kostet nämlich das Reinigungspersonal!" Zum besseren Versändnis meiner Fassungslosigkeit: die Zeiten, in denen Armlehnen in Zügen gepolstert sind, sind lange passe! Wir reden hier über ein versifftes, mit Holzimitat verkleidetes, längliches Etwas! Wäre es meine Aufgabe, diesen Zug zu reinigen, würde ich damit anfangen, alle Armlehnen rauszureißen, sie auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen und mich erst den anderen Reinigungsarbeiten widmen, wenn ich sicher gegeangen bin, dass nur noch Asche übrig geblieben ist. Dahingehend hatte ich ein Bild von den Qualitäten der hausinternen Reinigungsteams, welche durchweg negativ ist. Die Schlagfertigkeit auf diesen saudämlichen Kommentar der Schaffnerin wäre - leider auch viel zu spät in meinem Kopf entstanden - dieser gewesen: "Also ich mache Ihnen die Lehne auch für 20 Euro wieder sauber!".
In meiner verzögerten Vorstellung glotz die Schaffnerin nur blöd und geht dann geschlagen vom Schlachtfeld. Der hätte ich es gezeigt! Sollte ich also jemals durch die Zeit reisen, könnt ihr also unbesorgt sein: die menschliche Rasse bleibt erhalten. Lediglich mein Kontostand ist in der Gegenwart um 40 Euro gesunken...
 
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