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Zeitreisen und verpasste Chancen

Phantasiert man übers Zeitreisen, dann gerät man oft ins Schwärmen: die kommenden Lottozahlen in die Vergangenheit holen, Wettergebnisse vorher wissen oder auch ein Attentat auf Hitler, Stalin usw. Man könnte 9/11 verhindern, die Tsunami Opfer evakuieren und ganze Kriege verhindern. Natürlich nicht ohne Gefahren: wenn man in der Vergangenheit auch nur eine Mücke tötet, könnte es bekanntlich in der Gegenwart ganze Völkergruppen, Populationen etc. auslöschen. Die Medienlandschaft quillt über von fiktionalen Folgen einer missglückten Zeitreise.
Hätte ich eine Möglichkeit zum Zeitreisen gefunden, würde ich meine neu erworbene Macht selbstredend verantwortungsbewußt ausspielen. Ich würde bspw. keiner Fliege was zu Leide tun und - wohlwissend, dass ich niemals Zeitreisen werde, kann ich ja auch den Idealisten raushängen lassen - niemals nach materiellen Vorteilen streben. Eine Sache täte ich allerdings schon gerne: ich würde ein paar verpasste Gelegenheiten für eine schlagfertige Antwort liebend gerne nachholen.
Schlagfertige Antworten sind so eine Sache: man braucht Wortwitz und Timing! Meistens fehlt es an beidem und erst, wenn die Schlagfertigkeit erfordernde Situation vorbei ist, man also das Timing verpasst hat, quillt man über vor kreativem Wortwitz. Fällt einem schließlich verspätet eine gute Antwort ein, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich über sich selbst zu ärgern. So auch letztens in der Bahn...
Ich fuhr mit der Bahn, in einem Zug jüngeren Baujahres und ärgerte mich mal wieder über den Mangel an altherbekanntem Komfort in neuen Zügen. Erst verschwanden die Abteile aus den Zügen zugunsten von Vierersitzen, dann wurden die Raucherwagons abgeschafft und schließlich hat man das Gefühl, in einer zu groß geratenen Straßenbahn zu sitzen. Für einen Zweimetermann wie mich absolut ungeeignet, um länger als zwei Stunden zu reisen. Diesen Mangel an Komfort versucht man dann zu kompensieren, indem man in seinen Sitzpositionen stark frequentiert variiert. So passiert es auch schonmal, dass ein Fuß verbotenerweise auf der gegenüberliegenden Armlehne positioniert wird. Als mich die Schaffnerin in eben dieser Sitzhaltung vorfand, wurde sie gleich grob: "Nehmen sie bitte den Fuß da runter. Machen sie das etwa auch zu Hause?" - eine platte Frage, wo ein schlichtes "Ja. Mach ich!" einfach zu plump gewesen wäre. Also nehme ich wortlos meinen Fuß von der Armlehne. Sie lässt jedoch nicht locker und stichelt beim Stempeln meiner Fahrkarte weiter: "Machen sie das nicht noch einmal!", deutet dann auf einen Punkt an der Decke und sagt "Hier sind überall Kameras!". Ich sagte nichts und grinste nur dämlich, was ich später schwer bereute, denn mir fiel die erste Schlagfertigkeit ein, die dieses Gespräch erfordert hätte. Der beste Kommentar, der leider erst meinem späteren Ich eingefallen ist, wäre gewesen: "Ich dachte, die Kameras sind nur dazu da, um die Angestellten zu überwachen!". Vertane Chance!
Weiter im Gespräch sagte jene, im Nachhinein noch nervigere, da ungeschoren davon gekommene, penetrante Angestellte einer unbequeme Züge auf die Gleise schickenden Kackgesellschaft im Weggehen: "Wenn Sie das nochmal machen, kostet das 40 Euro. Soviel kostet nämlich das Reinigungspersonal!" Zum besseren Versändnis meiner Fassungslosigkeit: die Zeiten, in denen Armlehnen in Zügen gepolstert sind, sind lange passe! Wir reden hier über ein versifftes, mit Holzimitat verkleidetes, längliches Etwas! Wäre es meine Aufgabe, diesen Zug zu reinigen, würde ich damit anfangen, alle Armlehnen rauszureißen, sie auf einem Scheiterhaufen zu verbrennen und mich erst den anderen Reinigungsarbeiten widmen, wenn ich sicher gegeangen bin, dass nur noch Asche übrig geblieben ist. Dahingehend hatte ich ein Bild von den Qualitäten der hausinternen Reinigungsteams, welche durchweg negativ ist. Die Schlagfertigkeit auf diesen saudämlichen Kommentar der Schaffnerin wäre - leider auch viel zu spät in meinem Kopf entstanden - dieser gewesen: "Also ich mache Ihnen die Lehne auch für 20 Euro wieder sauber!".
In meiner verzögerten Vorstellung glotz die Schaffnerin nur blöd und geht dann geschlagen vom Schlachtfeld. Der hätte ich es gezeigt! Sollte ich also jemals durch die Zeit reisen, könnt ihr also unbesorgt sein: die menschliche Rasse bleibt erhalten. Lediglich mein Kontostand ist in der Gegenwart um 40 Euro gesunken...
 
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Eine Sache...

...beschäftigt mich gerade schon. Wenn man desöfteren mitfahrgelegenheit.de nutzt, um größere Entfernungen kostengünstig zurückzulegen, kann es schon mal vorkommen, dass man drei Stunden lang zusammen mit einem Geologieprofessor, einem Informatiker und einem Politikwissenschaftler in einem Faradaykäfig gefangen durch die Gegend rollt. Sollte dies der Fall sein, sind geisteswissenschaftliche Diskussionen durchaus nicht unüblich.
Als ich letztens in oben genanntes Szenario geriet, warf sich die Frage auf, ob Mathematik nun zu den Natur- oder zu den geisteswissenschaften zu zählen sei. Schließlich bedienen sich beide Disziplinen der Mathematik, jedoch kennt man aus der Schule die Mathematik als Naturwissenschaft. Interessant ist auch die These, Mathematik als Universalwissenschaft zu bezeichnen, da sich ja auch bspw. BWL oder die Statistik der Mathematik bedienen. Die Frage konnte letztendlich nicht eindeutig geklärt werden und somit würde ich die Diskussion gerne hierhin ausweiten. Ist Mathe nun eine Natur- oder eine Geisteswissenschaft oder keines von beiden?
PS: Ich war zu faul zum googlen, zugegebenermaßen auch aus gegebenem Anlass.
 
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Sollte es wahr sein...

...dass der Herr Kreuzberger recht hatte, als er vom "Blogblues des zweiten Jahres" sprach? Gerade fühl ich mich wirklich etwas leer. Nichts zu berichten, keine aufregenden Gedanken, keinen Fotoapparat am Start, kurz: nichts brauchbares zur Blogpflege vorhanden. Was macht man da nur?
 
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Gut Ding will Weile haben



Leider war ich mit dem Screenshot nicht schnell genug, sonst hätte ich noch die 14 Tage und x Stunden verbleibende Zeit erwischt...
 
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Die gute alte Klasse 3

Das hat man nun davon, wenn man sich über jene lustig macht, die den "neuen" EU-Führerschein haben und höhnisch mit dem alten Lappen unter deren Nase rumwedelt. In der derzeit grassierenden Umzugsphase bekommt man ständig Anrufe, ob man nicht nur helfen, sondern auch den Lieferwagen fahren kann. Vor drei Wochen Osnabrück-Wuppertal, nächsten Samstag Osnabrück-Gießen. Jedes Mal hin und zurück, da es ja viel viel günstiger sein soll, wenn man den Transporter da abliefert, wo man ihn ausgeliehen hat. Für die paar Euronen soll ich dann 8 Stunden im Auto sitzen und Kühlschränke durch die Gegend schleppen. Mist!
Gießen liegt ja nun verhältnismäßig nah an Frankfurt, wo mich meine Beziehung desöfteren hinzieht. Jetzt sieht man sich mal ein Wochenende nicht, d.h. erst nächste Woche Mittwoch und da soll man trotzdem nach Hessen hochgurken. Ich hab eindeutig zu viele Kilometer in meiner Vita...
 
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Back in Town

So. Der Urlaub ist vorbei - eigentlich schon seit einer Woche, aber ich nahm mir noch die Freiheit für eine kurze Resozialisierungsphase: im Urlaub konnte ich mich von den Strapazen des Festivals erholen und die letzte Woche brauchte ich, um mit dem städtischen Treiben wieder zurecht zu kommen. Es ist schon komisch, wie eine urbane Abkehr die Sichtweise ändern kann. Ich hielt mich immer für einen Stadtmenschen, der, selbst wenn er es eigentlich nur selten nutzt, Kinos, Theater und alle sonstigen Möglichkeiten der Unterhaltung und Kommunikation in seiner Nähe wähnen will. Nach einer Woche der totalen Askese beurteilt man die Stadt anders. Letzten Montag in Frankfurt angekommen, war der hochgelobte Balkon meiner Freundin längst nicht mehr so idyllisch, wie man ihn vor der Abreise beurteilt hat. Die ständige Geräuschkulisse nervt schon tierisch: Stadtverkehr, grölende Besoffene, Fußgänger, Menschen... Uargh! Da träumt der hartgesottendste Asphaltindianer plötzlich von einem kleinen Häuschen mit Garten im Grünen...
Auch fällt es plötzlich schwer, sein Augenmerk nicht mehr auf das gebirgige Alpenvorland sondern auf einen flimmernden Bildschirm zu richten. Selbst diesen Schrieb zu fabrizieren, kostet Überwindung. Ich hör mal einfach auf und mach morgen weiter!

Oder übermorgen...
 
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Vorrübergehend geschlossen!

In den nächsten ein bis zwei Wochen wird hier aus zweierlei zwingenden Gründen mit urlaubiger Art nichts passieren.

Grund Nr. 1:




Endlich ist es wieder so weit: ich fahre auf´s Reggaejam nach Bersenbrück! Und es wird sicherlich wieder ganz famos! Den Rockern unter euch werden sich bestimmt gerade die Nackenhaare vor lauter Unverständnis und Horror aufrichten, und das zu Recht, denn es wird genau so ablaufen, wie ihr es euch vorstellt: drei Tage lang köstlicher Reggae, wummernde Bässe, gtanztreibender Ska und abgefahrene Soundsystems, die die Nacht zum Tag machen. Ich freu mich so!
Dieser ganze Frohsinn wird lediglich am Montag durch ein Vorstellungsgespräch in Frankfurt am Main unterbrochen, aber dann geht´s gleich weiter mit

Grund Nr. 2:




Ich werde mich zusammen mit meiner Liebsten für ein paar Tage ins bayrische Ausland in den wunderschönen Süden des Landes absetzen, zwecks Gipfelbesteigungen, Entspannung und Erholung.

Vor übernächster Woche könnt ihr nicht mit mir rechnen. Zur Überbrückung empfehle ich Besuche bei den lieben Mitbloggern aus meiner Blogroll, die ich gleich nochmal schnell aktualisieren werde. (irgendwer wird ja gerade wohl nicht an irgendwelchen Stränden rumliegen oder sonstwie Müßiggang betreiben). Wenn ich zurück bin, gibt´s dafür bestimmt umso mehr zu berichten, z.B. von kiffenden Rastafaries, Campingplatzgeschichten und Abhandlungen über die einheimischen Außerirdischen den Bayern an sich aus norddeutscher Perspektive.
In dem Sinne
Servus, Gruezi und Hallo (und auf bald)
 
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